Karneval im Dritten Reich

von Oliver Eichelhardt

Heute ist Rosenmontag und für viele Menschen bedeutet das eine Zeit des unbeschwerten Feierns. Besonders Köln kann auf eine lange Karnevalstradition zurückblicken. Was jedoch häufig vergessen wird: Karneval war nie unpolitisch. Auch heute werden auf Sitzungen und Umzügen politische Themen behandelt. Wir blicken zurück:

Im dritten Reich waren ,,Allaaf“ und ,,Heil Hitler“ kein Widerspruch. Auch antisemitische Mottowagen mischten sich mit völliger Normalität unter das bunt-fröhliche Treiben. Am 27.02.1933 fand erstmals ein Rosenmontagszug durch Köln nach der Machtergreifung Hitlers statt. Dieser zeigte sich offen nationalsozialistisch. 

Dr. Theodor Henneken war bei einem der ersten Rosenmonatszüge nach dem Krieg in Köln und hat die Anfänge der NS-Zeit miterlerlebt. Insbesondere die Besetzung des Kölner Dreigestirns - das Aushängeschild des Kölner Karnevals, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau, die jährlich neu bestimmt werden  - und der erste Karnevalszug durch die zerstörte Stadt, sind ihm bis heute in Erinnerung geblieben.

Rosalinda Rossbach war damals 8 Jahre alt. Sie hat die Zeit des Nationalsozialismus und den Karneval in Köln zu dieser Zeit als Kind miterlebt. Sie erinnert sich besonders an die nichtvorhandenen Kostüme, die bei den Jugendlichen durch Uniformen ersetzt wurden. Die Lust am Feiern ist den Menschen während des Krieges vergangen. 1949 war es dann wieder soweit: Der erste Rosenmontagszug nach dem Krieg zog durch das zerstörte Köln.


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